“Zuhause rumsitzen, das kann ich nicht!” Warum sich Rentnerin Barbara als selbständige Reinigungskraft etwas dazu verdient

“Zuhause rumsitzen, das kann ich nicht!” Warum sich Rentnerin Barbara als selbständige Reinigungskraft etwas dazu verdient

Wenn Reinigungskraft Barbara zu einem Kunden kommt, trifft dieser auf eine kleine Frau voller Tatendrang, Ehrgeiz und Schlagfertigkeit. Die Rentnerin lebt seit kurzem in Berlin und hat sich dazu entschieden, als selbstständige Reinigungskraft zu arbeiten. Schließlich ist sie stets unterwegs und möchte den Ruhestand voll auskosten. Im Interview haben wir erfahren, warum sie neben der Rente wirklich putzt und wie sie sich bei ihrer ersten Reinigung gefühlt hat.

Seit wann wohnen Sie in Berlin?

Erst seit wenigen Monaten. Vorher habe ich in München gelebt.

Das ist ja ein mutiger Schritt! Was hat Sie dazu bewogen, von München nach Berlin zu ziehen?

Ach wissen Sie, München ist eine wunderschöne Stadt, aber irgendwie wurde es für mich dort zu langweilig. In Berlin können Sie abends in Bars gehen und lernen immer wieder neue und offene Leute kennen. Das gefällt mir sehr. Und dadurch, dass mein Sohn kurzfristig nach Berlin gezogen ist, bin ich einfach mitgekommen. Das einzige, was für mich schwierig ist, sind die weiten Wege. Aber das ist nicht so schlimm – ich bin die meiste Zeit in meinem Kiez unterwegs (zwinkert).

Barbara in ihrer Küche

Zum Interview lud Barbara zu sich nach Hause ein.

Seit kurzem sind Sie Rentnerin. Nun könnte man annehmen, Sie legen in Ihrem wohlverdienten Ruhestand die Füße hoch. Aber das stimmt nicht, oder?

Nein, jetzt, wo ich so viel Freizeit habe, möchte ich aktiv sein: Ich wollte schon immer mal auf einem Marktplatz Blumen verkaufen. Das stellte ich mir romantisch vor – aber im Winter ist das viel zu kalt also suchte ich nach einer anderen Beschäftigung.

Wie sind Sie dann auf Helpling gekommen?

Der Freund meines Sohnes hat mir von Helpling erzählt. Er ist nämlich ebenfalls eine selbstständige Reinigungskraft. Und da ich schon einiges in meinem Leben ausprobiert habe, wollte ich da mal reinschnuppern! Denn zu Hause rumsitzen, das wollte ich unter keinen Umständen.

Einfach machen!

Reinigungskraft Barbara hat ein Motto: Einfach machen!

Wie ist es für Sie mit Mitte 60 für andere Leute zu putzen?

Das ist eine interessante Erfahrung! Bisher habe ich nur positives Feedback bekommen. Mein Alter hilft mir sogar, weil ich denke, dass viele Kunden mir sofort vertrauen. Und das ist wichtig, schließlich befinde ich mich in ihrer privaten Wohnung. Damit müssen sich beide Seiten wohlfühlen.

Was zeigt Ihnen denn, dass sich die Kunden in Ihrer Gegenwart wohlfühlen?

Ich habe das Gefühl, Viele sehen in mir eine Art Mutter – und Mütter können ja bekanntlich besonders gut putzen (zwinkert). Letztens hat mir eine Kundin eine Rose aus ihrem Garten geschenkt. Da dachte ich mir: Ich werde behandelt wie eine Putzkönigin!

Haben Sie sich Ihre Putzkenntnisse selbst beigebracht oder es sogar professionell gelernt?

Ich bin gelernte Hotelfachfrau und habe als Zimmermädchen gearbeitet. Daher kommen auch meine Putzkenntnisse – gelernt ist gelernt (zwinkert). Allerdings war es für mich schwierig, meine Kinder und die Arbeit unter einen Hut zu bekommen, deswegen habe ich den Job aufgegeben. Dann habe ich Pausenbrote in Firmen ausgeliefert – alle selbst geschmiert! Denn die Miete musste ja trotzdem bezahlt werden. Ach, eigentlich hat mich beruflich alles interessiert, also habe ich auch vieles ausprobiert.
Barbara reinigt mit Liebe zum Detail

Gibt es denn noch etwas, das Sie neben dem Putzen machen?

Ja! Ich arbeite ehrenamtlich bei der Berliner Tafel. Diese Arbeit liegt mir auch sehr am Herzen, denn hier ist man direkt mit der Armut konfrontiert und kann helfen. Natürlich ist die Arbeit anstrengend, ich schleppe Obst- und Gemüsekisten. Und dennoch: Ich habe das Gefühl, etwas Gutes zu tun und die Menschen sind einem sehr dankbar.

Sich als Rentnerin für die Selbstständigkeit zu entscheiden ist ja nicht gerade gewöhnlich. Was hat Sie dazu bewogen, keine Festanstellung als Nebenjob zu suchen?

Durch meine Selbstständigkeit kann ich allein entscheiden, wo und wie viel ich arbeite. Das ist gerade in meinem Alter genau richtig: Ich halte meinen Körper fit, aber überfordere ihn nicht. Zudem kann ich mir meine Kunden aussuchen. Das ist sehr wichtig für mich, denn: Die Chemie muss einfach stimmen. Zu meinen Kunden habe ich deshalb eine persönliche Beziehung aufgebaut.

Gibt es noch einen Vorteil?

Ja! Ein weiterer praktischer Pluspunkt ist, dass ich keine Reinigungsmittel mitbringen muss. Ich bespreche mit meinen Kunden genau, welche Mittel sich am besten eignen – sie vertrauen mir und meinem Wissen einfach enorm.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Kunden erinnern? Wie war das für Sie?

Ich war doch sehr aufgeregt. Das äußert sich bei mir in Magenschmerzen. Ich habe mich dann auch kurz gefragt: “Worauf hast du dich da eingelassen?”. Doch beim Türöffnen haben meine Kundin und ich gemerkt, dass wir gleichermaßen nervös waren (lacht)! Während des Putzens fiel mir dann auf, dass ich den Arbeitsaufwand nicht korrekt eingeschätzt habe: Ich wollte gründlicher sein, als die Zeit erlaubte! Mittlerweile ist es anders: Ich bin nun regelmäßig bei dieser Kundin und ich weiß genau, wie ich vorgehen muss.

Also ist die Regelmäßigkeit für Sie ein wichtiger Punkt bei Ihrer Arbeit als Reinigungskraft. Warum ist das so?

Bei dauerhaften Kunden weiß ich genau, was ich wie reinige. So kann ich viel effektiver arbeiten. Habe ich bei der letzten Reinigung zum Beispiel den Backofen gesäubert, kann ich mich beim nächsten Mal einem anderen Detail widmen. Was mir aber auch sehr wichtig ist, ist, dass ich in meiner neuen Heimat schnell Kontakte knüpfen konnte. Einige Kunden sind zu wahren Freunden geworden. Letztens habe ich zu meinem Geburtstag sogar ein selbstgemaltes Bild erhalten: Eine Karikatur von mir, so wie mich meine Kundin sieht. Ich war richtig gerührt!

Ein Geschenk von Barbaras Kundin

Diese Karikatur bekam Barbara von einer Kundin geschenkt.

Die Zusammenarbeit mit Helpling funktioniert hauptsächlich online. Ist das in Ihrem Alter ein Hindernis?

Zu Beginn musste ich mich erst einmal zurecht finden. Dabei haben mir meine Söhne geholfen. Eigentlich ist die Bedienung der Online-Plattform intuitiv und zur größten Not kann ich immer noch den Kundendienst anrufen.

Viele Reinigungskräfte arbeiten auf dem Schwarzmarkt. Warum kommt das für Sie nicht in Frage?

Auch ich habe schon Angebote bekommen, schwarz zu putzen. Aber was habe ich am Ende davon – eigentlich doch nichts als Ärger! Über Helpling bin ich haftpflichtversichert und durch meine Rente werden alle anderen Versicherungen abgedeckt. Ich habe auch einen Steuerberater, der mich bei allen Fragen rund um den Verdienst durch die Selbstständigkeit unterstützt. Das Risiko, das man bei der Schwarzarbeit eingeht, lohnt sich für mich nicht.

Wer schwarz arbeitet, zahlt keine Abgaben und hat somit illegal mehr in der Tasche. Was denken Sie über die Auszahlung bei Helpling?

Vor allem ist sie verlässlich: Ich erhalte alle zwei Wochen mein Geld überwiesen, das funktioniert wunderbar. Mit der Höhe der Auszahlung bin ich ebenfalls zufrieden. Ich hatte noch nie so viel Geld für mich selbst zur Verfügung wie jetzt. Meine Kinder sind schließlich erwachsen und verdienen ihr eigenes Geld. Da bleibt mehr für mich übrig (lacht). Jetzt muss ich nicht mehr überlegen, ob ich mir auswärts einen Kaffee gönne oder mir schicke Schuhe kaufe.

Einfach Berlin

Eine Postkarte in Barbaras Wohnung.

Und wie lange planen Sie noch, zu putzen?

Ich habe nicht vor, so schnell aufzuhören. Das Putzen dient meiner Gesundheit! Ich kann mich wesentlich besser bewegen – im Callcenter habe ich schließlich nur auf meinem Platz gesessen. Jetzt bin ich fitter und schneller zu Fuß. Darauf bin ich richtig stolz!

Und zu guter Letzt, verraten Sie es uns: Haben Sie einen geheimen Putztrick?

Ich poliere besonders gründlich die Armaturen, das beeindruckt meine Kunden sofort. Viele vergessen, dass die Feuchtigkeit im Bad beispielsweise auf den Wasserhähnen zu Verkalkungen führt. Das Polieren ist sozusagen aus meiner Sicht eine Art Vorsorge – so muss ich später nicht den Kalk beseitigen (lacht). Mein Ziel ist jedoch bei jeder Reinigung dasselbe: Meine Kunden sollen es gar nicht abwarten können, nach ihrem stressigen Arbeitstag in ihre saubere Wohnung zurückzukehren!

Recherchieren, entwerfen, bloggen: Rund um die Uhr ist Susann auf der Suche nach genialen Putztricks, um immer up to date zu sein. Getreu dem Motto: Das bisschen Haushalt macht sich von allein!

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