Die kuriosesten Toilettengewohnheiten der Welt

Die kuriosesten Toilettengewohnheiten der Welt

So ungern wir darüber reden – die Toilette ist ein Thema, das uns alle betrifft. Schließlich verbringen wir drei Jahre unseres Lebens auf dem Klo! Doch was die meisten nicht wissen: Rund 2,5 Milliarden Menschen haben weltweit keinen Zugang zu sanitärer Grundversorgung. Selbst in Deutschland gibt es 330.000 Wohnungen ohne WC, Bad und Dusche. Der heutige Welttoilettentag, der von der UN ausgerufene wurde, macht auf das Fehlen hygienischer Sanitäreinrichtungen aufmerksam. Wir nehmen den Tag zum Anlass, einen Blick auf die unterschiedlichsten WCs der Welt zu werfen – denn neben der fehlenden Grundversorgung sind sich die wenigsten über die kulturellen Unterschiede beim Toilettengang bewusst.

Deutschland, Österreich und die Niederlande – die Detektivtoilette

Die Detektivtoilette

Die für uns üblichen Toiletten sind für Menschen aus anderen Ländern interessanter, als wir vielleicht denken. Wie auch in Österreich und den Niederlanden sind viele WCs in Deutschland so genannte Flachspüler. Bei diesen befindet sich unter dem Gesäß des Nutzers eine Art Stufe, auf der sich die Ausscheidungen sammeln. Das erlaubt einen einfachen Ernährungs- und Gesundheitscheck. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass wir Deutschen sehr praktisch veranlagt sind?

Australien – Land der Toilettenmythen

Eine Spinne krabbelt aus dem Abflussrohr

Mythos 1: Das Wasser dreht sich beim Spülen der Toilette auf der südlichen Halbkugel in eine andere Richtung als bei uns. Falsch! Die Corioliskraft sorgt zwar dafür, dass sich Hurrikans auf der Nordhalbkugel in eine andere Richtung drehen als auf der Südhalbkugel. Im kleineren Maßstab – z.b. bei Toiletten und Waschbecken – hat das allerdings keine Auswirkungen.

Mythos 2: Spinnen in australischen Toiletten? Das kann durchaus vorkommen! Aber keine Angst: Wer sich angewöhnt, vor dem Geschäft einen Blick in die Schüssel zu werfen, hat nichts zu befürchten. Wer auf Nummer sicher gehen will, legt sich Lufterfrischer und Toilettensteine mit Zitronenduft zu – den können Spinnen nämlich nicht leiden.

China, Indien und andere asiatische Länder – ab in die Hocke

Die Hocktoilette in Asien

Photo credit: Matt Perreault/ Flickr

Wer in China, Indien und anderen asiatische Ländern auf die Toilette geht, braucht keine Zeitung mitzunehmen. Statt einem gemütlichen Sitz gibt es hier Hocktoiletten. Klingt unbequem? Das mag sein, dafür sind diese hygienischer und gesünder. Laut medizinischen Studien leiden westliche Toilettennutzer öfter an Darmerkrankungen, was an der unnatürlichen Position liegen kann, die wir auf unseren WCs einnehmen. Zudem verhindert die Hocktoilette die Übertragung von Krankheiten durch Bakterien, die man üblicherweise auf einer Toilettenbrille vorfinden würde. Na, überzeugt?

Vereinigte Arabische Emirate und der Nahe Osten – Statt Papier heißt es hier: Wasser marsch!

Der Wasserschlauch in arabischen Ländern

In den Vereinigten Arabischen Emiraten und weiteren Ländern des Nahen Ostens gibt es einen kleinen Wasserschlauch, mit dem man sich – ja richtig, sich und nicht die Toilette – nach dem Toilettengang säubern kann. Teile der muslimischen Welt halten sich an bestimme Hygienevorschriften, den Qadaa al-Haajah. Diese besagen auch, dass der Intimbereich nach dem Stuhlgang mit Wasser gesäubert werden muss. Deswegen sind Bidets und Wasserschläuche in vornehmlich islamischen Ländern sehr verbreitet.

Lateinamerikanische Länder – Toilettenpapier kommt in die Tüte

Toilettenpapier

Es gibt kaum etwas Peinlicheres, als Gast die Toilette zu verstopfen. Wer durch Lateinamerika reist und diesem Missgeschick entgehen will, hält sich an folgende Regel: Toilettenpapier darf nicht runtergespült werden. Aufgrund schmaler Rohre können die Toiletten nämlich leicht verstopfen. Deswegen entsorgt man das benutzte Toilettenpapier direkt in einem Abfalleimer. Um schlechte Gerüche und die Ansammlung von Bakterien zu vermeiden, sollte der Abfalleimer stets mit einem Deckel verschlossen und am besten täglich geleert und regelmäßig gereinigt werden.

Singapur – Toiletten haben ihre eigenen Gesetze

Auf den Knopf der Spülung drücken

Singapur hat den Ruf, das sauberste Land der Welt zu sein. Dieser hohe Standard ist den dort geltenden strikten Gesetzen zu verdanken. Öffentliche Toiletten bilden da keine Ausnahme! Vergessen Sie in Singapur daher nie, die Toilettenspülung zu betätigen, sonst müssen sie bis zu 150$ Strafe blechen. Wie solche Gesetzesbrüche ermittelt werden? Verrückt, aber wahr: Es gibt zu diesem Zwecke Polizisten in Zivil, die auf öffentlich zugänglichen Toiletten stichprobenartig kontrollieren.

Schweden – Eine für alle, alle auf einer

Frauen- und Männer-WC zusammengelegt in Schweden

Photo credit: Michael Coghlan/ Flickr

Touristen müssen hier wahrscheinlich zweimal hinschauen: In Schweden gibt es auf vielen öffentlichen Toiletten keine Geschlechtertrennung mehr. Männer und Frauen nutzen dort dieselben Toiletten  Das Land macht damit seinem Ruf als Vorreiter in Sachen Gleichstellung der Geschlechter alle Ehre. Für die Frauen unter uns sind das positive Nachrichten: Endlich müssen die Männer unser Leid teilen und vor den Toiletten in langen Schlange warten!

Italien – Rätselraten beim Spülen

Schild mit der Anweisung zum Spülen

Photo credit: Lee Coursey/ Flickr

Man mag gar nicht glauben, wie kreativ man beim Toilettespülen sein kann. Die Italiener sind es jedenfalls. Wer dort auf das stille Örtchen muss, weiß vorher nie, welche der zahlreichen Spülmethoden dieses Mal installiert sein wird. Denn die Italiener verwenden die unterschiedlichsten Modelle – ein Spülknopf an der Wand, eine Schnur an der Decke zum Ziehen, eine Fußpedale, eine automatische Sensorspüle oder sogar ein versteckter Hebel hinter dem Klodeckel. So kann der Toilettengang zum regelrechten Suchspiel werden.

Europa und Lateinamerika – das Ding, das extra viel Hygiene Bidet

Ein Bidet neben einer herkömmlichen Toilette

In manchen Häusern in Lateinamerika und Teilen Europas findet sich neben der Toilette eine zweite Keramikschüssel – ohne Lehne, dafür mit Wasserhähnen – das Bidet. Für was so ein Teil gut ist? Es dient zur Reinigung nach dem Toilettengang. Oft wird das Bidet als hygienischer empfunden als Toilettenpapier – insbesondere für Frauen. Die meisten Menschen die ein Bidet haben, nutzen ohnehin beides: erst gibt es die grobe Säuberung mit Papier und dann die Fein-Hygiene mit Wasser. Bei den technologisch weiter entwickelten Japanern ist das Bidet sogar oftmals schon in die Toilette integriert!

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